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Angststörungen machen krank

Was können
Angehörige tun?

Wie kann ich Verwandten/Freunden helfen? Angehörige und Freunde wollen helfen, wenn einer ihrer Lieben an einer Angststörung leidet. Sie brauchen jedoch meist längere Zeit, um zu verstehen, dass es sich dabei um ernsthafte psychische Störungen handelt, die behandelt werden müssen, und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie wollen helfen, wissen aber nicht, wie, und haben Angst davor, irgendetwas falsch zu machen. Wer niemals selbst an einer Angststörung gelitten hat, kann sich von diesem Problem überfordert fühlen.

Sich informieren

Als Erstes sollten Angehörige und Freunde sich über Angststörungen informieren. Dazu können sie sich an ihren Hausarzt oder an einen Psychiater oder Psychologen wenden. Im Internet gibt es viele ausgezeichnete Adressen zum Thema Angst und Angststörungen, die auf allgemein verständliche Art und Weise Auskunft zu diesem Thema geben. Zudem gibt es viele wirklich gute und nützliche Bücher über Angststörungen.

Zuhören und Verständnis zeigen

Menschen, die an einer Angststörung leiden, brauchen jemanden, der für sie da ist, der sich für sie Zeit nimmt, der ihnen zuhört und der leicht zu erreichen ist. Es kommt darauf an, ihnen zu beweisen, dass sie nicht allein sind, dass jemand sich um sie sorgt und dass ihnen Verständnis und Unterstützung sicher sind. Unbedingt vermeiden sollten Angehörige und Freunde jedwede Kritik oder Vorwürfe. Insbesondere sollte man nie jenen Menschen verspotten oder sich über jemanden lustig machen, der eine unbegründete oder übermäßige Angst hat: zu sterben, unangenehm bei anderen aufzufallen, sich mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren, eine bösartige Krankheit zu haben, kurzzeitig von einer Bezugsperson entfernt zu sein, oder der eine unbegründete oder übermäßige Angst hat vor Tieren oder Situationen, die bei den meisten Menschen keine Angst hervorrufen.

Zur Behandlung ermutigen

Menschen, die an einer Angststörung leiden, sind auf professionelle Hilfe angewiesen. Angststörungen vergehen nicht von allein, sie müssen behandelt werden. Es kommt jedoch immer wieder vor, dass Betroffene jede professionelle Hilfe ablehnen. Hier kommt es darauf an, dass Angehörige und Freunde mit Takt, aber auch Überzeugungsvermögen darauf drängen, dass ihre Lieben sich zu einer Behandlung entschließen und sie auch durchführen. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass sie sich an den Notdienst wenden und eine Einweisung in ein Krankenhaus erwirken.

Die Behandlung unterstützen

Wichtig ist, Betroffenen zu versichern, dass man zwar nicht oder nicht ganz versteht, weshalb sie so viel Angst haben, dass man aber diese Angst durchaus ernst nimmt und dass man gerne bereit ist, ihnen zu helfen, mit ihrer Angst klarzukommen oder/und sich ihr zu stellen. Gut informiert und geleitet von einem Hausarzt, Psychiater oder Psychologen, können Angehörige und Freunde eine wichtige Rolle als Co-Therapeuten spielen, z.B. indem sie Betroffenen dabei helfen bestimmte Strategien, die sie bei ihrem Therapeuten zur Bekämpfung ihrer Angst gelernt haben, richtig anzuwenden, also insbesondere Atem-, Entspannungs-, Ablenkungs-, Akzeptanz- oder Achtsamkeitsübungen. Vor allem aber kommt es darauf an, dass Angehörige und Freunde Betroffenen dabei helfen, sich ihren Ängsten zu stellen, z.B. indem sie mit ihnen an Orte gehen, die ihnen Angst einflößen und/oder Panikattacken auslösen. Dies kann harte Arbeit sein, und es kommt darauf an, die Hoffnung nicht aufzugeben, nicht zu verzagen und standhaft zu bleiben, solange die Störung nicht ganz geheilt ist.

Auf sich selbst achten

Angehörige und Freunde sollten immer auch an ihre eigenen Grenzen denken und sich nicht überfordern. Es ist nicht leicht mit einem Menschen zu leben, der an einer Angststörung leidet, sich für ihn verantwortlich zu fühlen, ihn zu unterstützen, ihm Mut zu machen und das Ganze mit ihm durchzustehen. Angehörige und Freunde sollten sich dessen bewusst sein, sich selbst keine Vorwürfe machen und sich nicht von Schuldgefühlen überwältigen lassen. Es kommt darauf an, nicht selbst den Mut zu verlieren, sondern immer weiter daran zu glauben, dass es besser werden wird. Bei Bedarf sollten Angehörige und Freunde nicht zögern, für sich selbst Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Sich informieren

  • bei einem Arzt, einem Psychologen
  • in einem Buch oder in einem sogenannten „Ratgeber“
  • im Internet

Bereit sein

  • persönlich, per Telefon, SMS, E-Mail
  • geduldig zuhören

Sich enthalten

  • jedweder Kritik
  • jedweder Verspottung

Ermutigen, anspornen

  • nicht aufzugeben
  • sich seiner Angst zu stellen

Begleiten

  • zum Arzt, zum Psychologen
  • bei Bedarf zum Notdienst

Unterstützen

  • Betroffene bei der Konfrontation mit Angst auslösenden Situationen begleiten
  • Betroffenen helfen, Atemübungen und andere Strategien gegen ihre Angst einzusetzen

An sich selbst denken

  • seine eigenen Grenzen beachten
  • bei Bedarf Hilfe für sich selbst suchen
  • Hoffnung und Mut nicht verlieren

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