Panikattacke

In ihrer massivsten Form zeigt sich Angst während einer Panikattacke. Betroffene beschreiben ihre Angstgefühle während einer Panikattacke als „entsetzlich“, „lähmend“, „grauenvoll“. Sie werden von einer Reihe unangenehmer körperlicher Empfindungen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen, Zittern, Schwindelanfällen, Angst zu ersticken und vielen anderen regelrecht überschwemmt. Sie werden von negativen Gedanken der schlimmsten Art überfallen, insbesondere von Gedanken wie „ich werde sterben“, „ich verlier den Verstand“, „ich verlier die Kontrolle“. Sie reagieren auf diese Angst, indem sie „erstarren“ (der englische Ausdruck dafür ist „to freeze“), das heißt, sie halten wie gelähmt inne, so wie ein Hase, der weiß, dass er dem Fuchs nicht mehr entkommen kann. Andere rufen verzweifelt um Hilfe. Wieder andere ergreifen voller Panik die Flucht.

Panikattacken können unerwartet, spontan auftreten, ohne irgendeinen direkt ersichtlichen Auslöser. Wenn auf eine erste unerwartete Attacke weitere folgen, entwickelt sich eine Angst zwischen den Attacken. Es kommt zur Panikstörung.

Panikattacken können jedoch auch durch ganz bestimmte Auslöser „getriggert“ werden, das heißt durch einen äußeren oder inneren „Stimulus“ oder „Reiz“ hervorgerufen werden. Bei den „Triggern“ kann es sich um einen Ort handeln, um ein Objekt, eine Situation oder den Kontakt mit andern Leuten. Orte, Objekte und Situationen, die Panikattacken hervorrufen, werden gemieden. Dies führt zu einer Einschränkung der Lebensführung und verursacht erhebliches Leiden. Betroffene, die an einer Agoraphobie leiden, können von Panikattacken an Orten heimgesucht werden, wo ihnen möglicherweise nicht rechtzeitig geholfen werden könnte, wenn ihnen etwas zustoßen würde. Zu den gefürchteten Orten gehören große weite Plätze, unbewohnte Gegenden (Wald, freies Feld, See), aber auch geschlossene Räume (Kino, Theater, Konzertsaal) oder große Menschenmengen (Rockkonzert, offener Markt, Fußballstadion).

In spezifischen Phobien können Panikattacken getriggert werden durch bestimmte Objekte oder Situationen. Dazu gehören vor allem Tiere (Spinnen, Schlangen), die Umwelt (Höhen, Gewitter, Wasser), Blut (Blutentnahme, Spritzen, Verletzungen), Flugzeuge, Busse und Züge, kleine geschlossene Räume (WC, Fahrstühle), aber auch Erbrechen (Angst zu erbrechen und/oder Angst andere erbrechen zu sehen) und vieles andere mehr.

In der Sozialen Angststörung kommt Panik in sozialen Situationen auf. Die Angst kann begrenzt sein auf eine oder vielleicht zwei, drei Situationen, zum Beispiel wenn es darum geht vor einer Gruppe eine Rede zu halten oder sich in einer Gruppe zu Wort zu melden. In diesem Fall spricht man von einer Sozialen Angststörung „nur in Leistungssituationen“. Sie kann sich jedoch auch auf alle oder fast alle zwischenmenschlichen Beziehungen beziehen.

Merkmale einer Panikattacke

Plötzliches Auftreten von mehreren der folgenden Symptome

  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Schnelle, oberflächliche Atmung
  • Atemnot
  • Gefühl zu ersticken
  • Engegefühl in der Brust
  • Engegefühl in der Kehle
  • Schmerzen, Druck in der Brust
  • Schweißausbrüche
  • Hitzewallungen
  • Kalt und/oder warm
  • Schwindelgefühl
  • Zittern
  • Kribbeln in Händen und Füßen
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • Druck im Kopf
  • Gefühl nicht richtig da zu sein
  • Gefühl, die Umgebung habe sich verändert
  • Gefühl neben sich selbst zu stehenverbunden mit einer überwältigenden Angst
  • zu sterben
  • den Verstand zu verlieren
  • die Kontrolle zu verlieren

Dauer

  • meist einige Minuten
  • bis (selten) maximal 1 Stunde

Unerwartete Attacke

  • kein erkennbarer Auslöser
  • „wie aus heiterem Himmel“

Erwartete Attacke

  • erkennbarer Auslöser
  • Auslöser wird gemieden

Sonderfall nächtliche Attacke

  • nur/hauptsächlich in der Nacht
  • reißt aus dem Schlaf

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