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Angststörungen machen krank

Generalisierte Angststörung

Die wesentlichen Kennzeichen der generalisierten Angststörung sind anhaltende Sorgen und Befürchtungen in Bezug auf Ereignisse oder Tätigkeiten aller Art. Betroffene haben Angst vor der Zukunft, befürchten, es könne ihrer Familie oder ihnen selbst etwas Schlimmes zustoßen, machen sich übertriebene Sorgen über ihre finanzielle Lage, ihren Beruf, ihre Gesundheit. Es fällt ihnen schwer, ihre Sorgen und Befürchtungen zu kontrollieren. Sie empfinden ihre Sorgen und Befürchtungen als Belastung, sind jedoch nicht immer oder nicht ganz davon überzeugt, dass diese übertrieben sind. Die Störung ist verbunden mit Nervosität, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, körperlicher Unruhe, Muskelspannung, leichter Ermüdbarkeit und Schlafstörungen. Sie verläuft meist chronisch, kann jedoch durch eine adäquate Psychotherapie, insbesondere eine kognitive Verhaltenstherapie, und/oder medikamentöse Behandlung weitgehend verbessert werden.

Sorgen gehören zum alltäglichen Leben. Sorgen um die Familie, Sorgen im Studium oder im Beruf, Sorgen um die Gesundheit, Sorgen um das liebe Geld, das Haus, den Wagen und vieles andere mehr. Meist sind es kleine Sorgen, die uns nerven, manchmal sind es größere Sorgen, die uns bedrücken, und von Zeit zu Zeit handelt es sich auch mal um ganz schlimme Sorgen. Manchmal lösen sich unsere Probleme von selbst, in den meisten Fällen müssen wir uns schon bemühen, eine Lösung zu finden, und von Zeit zu Zeit werden wir mit einem Problem konfrontiert, für das es keine Lösung gibt. In diesem Fall müssen wir lernen, mit dem Problem und mit den sich daraus ergebenden Sorgen zu leben. All dies ist normal, all dies gehört nun mal zum Leben.

Dauerhafte Angst mit übertriebener Sorge um alltägliche Ereignisse und Probleme

Nicht normal jedoch ist, wenn man sich Tag für Tag andauernd für alles und für nichts Sorgen macht, oder wenn man sich bei der kleinsten Schwierigkeit übermäßige Sorgen macht, wenn man ständig böse Vorahnungen hat oder aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Nicht normal ist, wenn man sich ständig Sorgen macht über zukünftiges Unglück, ständig befürchtet, man könne demnächst erkranken oder verunglücken, oder es könne einem Angehörigen etwas zustoßen. Menschen, die an der Mehrzahl der Tage Angst und Sorgen haben in Bezug auf alle erdenklichen Ereignisse oder Tätigkeiten, leiden an einer generalisierten Angststörung. Die Angst und die Sorgen sind verbunden mit Ruhelosigkeit, leichter Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit, Muskelspannung und Schlafstörungen. Sie verursachen beträchtliches Leiden und Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen.

Die meisten Menschen, die an einer generalisierten Angststörung leiden, unterliegen der (falschen) Auffassung, dass sich zukünftiges Unheil und Unglück nur dann vermeiden lässt, wenn man ständig auf der Hut ist und sich Sorgen macht. Sie machen keinen Unterschied zwischen dem, was von uns abhängt, und dem, was nicht von uns abhängt. Sie können nicht mit einer Ungewissheit umgehen und glauben durch ihr Grübeln das Schicksal beeinflussen zu können. Sie wollen immer alles im Griff haben, möchten alles vorhersehen, gehen immer wieder alle möglichen Ereignisse durch, die auf sie zukommen könnten, spielen immer wieder alle Situationen durch, die sich ereignen könnten, stellen sich alle nur erdenklichen Auswirkungen vor, die ihre Tätigkeiten für sie selbst oder ihre Familie haben könnten. Alle Versuche auf diese Weise Gewissheit zu bekommen schlagen jedoch fehl. Die Menschen werden nervös, unruhig und ängstlich, machen sich selbst und andere „verrückt“.

Zahlen zur Generalisierten Angststörung

Etwa 5% der Menschen leiden während ihres Lebens an einer generalisierten Angststörung, viele davon ihr ganzes Leben lang.

Ursachen der Generalisierten Angststörung

Die Störung beginnt oft schon in der Kindheit oder Adoleszenz und verläuft meist chronisch, wenn auch mit Schwankungen. Sie kann sich in Belastungssituationen verschlechtern, andererseits zeigen Menschen, die an einer generalisierten Angststörung leiden, aber auch häufig erstaunlich viel Mut und Kraft gerade in solchen reellen Situationen. Über die Ursachen der Störung ist bislang wenig bekannt.

Mögliche Folgen einer Generalisierten Angststörung

Menschen mit einer generalisierten Angststörung sind oft selbstunsicher, haben wenig Vertrauen in sich selbst, grübeln viel, machen sich selbst und den anderen das Leben schwer. Sie möchten immer wieder, dass andere ihnen sagen, dass alles gut ist und gut bleiben wird. Die Störung führt gehäuft zu Depressionen, zum Missbrauch oder gar zur Abhängigkeit von Medikamenten oder Alkohol und zu wiederholten Besuchen bei Ärzten und anderen Professionellen für körperliche oder psychische Gesundheit. Alle Versuche, auf diese Weise ruhiger zu werden, sind jedoch zum Scheitern verurteilt und erzeugen immer weitere Sorgen.

Die vielen Facetten der Generalisierten Angststörung

Übertriebene Sorgen um alltägliche Lebensumstände

  • werde ich meinen beruflichen Verpflichtungen nachkommen?
  • werden wir unsern finanziellen Verpflichtungen nachkommen?
  • es wird den Kindern doch nichts passieren?

Übertriebene Sorgen um Kleinigkeiten

  • werde ich mit der Hausarbeit fertig werden?
  • wird das Auto wie versprochen heute Abend repariert sein?
  • werde ich zu spät zu der Verabredung kommen?

Übertriebene Sorgen bei Verspätung

  • hat mein Mann einen Autounfall gehabt?
  • ist meine Frau auf dem Heimweg überfallen worden?
  • sind die Kinder von einem Auto angefahren worden?

Übertriebene Sorgen um Katastrophen

  • es könnte ein Krieg ausbrechen
  • es könnte ein Erdbeben geben
  • es könnte einen Terroranschlag geben

Falsche Auffassungen über die Sorgen/die Ungewissheit

  • ich muss mir Sorgen machen, sonst passiert was
  • wenn ich mir Sorgen mache, kann ich das Schlimmste verhindern
  • es ist unmöglich mit der Ungewissheit zu leben
  • ich muss zu jeder Zeit immer alles im Griff haben
  • nur wenn ich alles vorhersehe, kann ich rechtzeitig handeln

Was ist eine Angststörung

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